Die Top-News am Nachmittag vom 29.01.2021

ALZENAU/ASCHAFFENBURG/MAIN-KINZIG-KREIS. Auf dem Gelände einer Tankstelle im Ortsteil Hörstein ist ein Lkw-Fahrer am Freitagmittag auf verdächtige Klopfgeräusche aus seinem Auflieger aufmerksam geworden. Die Alzenauer Polizei stellte darin letztlich 14 afghanische Staatsangehörige fest, die unbemerkt mutmaßlich in Serbien zugestiegen waren. Gegen 11.10 Uhr ging bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken der Notruf ein, nach dem ein serbischer Lastwagenfahrer auf Klopfgeräusche, die aus seinem Auflieger kamen, aufmerksam geworden war. Tatsächlich wurden in der Folge von der Polizei 14 Afghanen, darunter 11 Jugendliche, festgestellt, die den Umständen entsprechend wohlauf waren. Nach einem Corona-Test und der Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wurden die Flüchtlinge in Abstimmung mit dem Landratsamt Aschaffenburg in unterschiedlichen Einrichtungen untergebracht. Die Polizei führt jetzt u.a. strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern. (Quelle: Polizei)

Am Donnerstagmittag erhielt ein 39-Jähriger aus Aschaffenburg über sein Smartphone eine SMS mit einem Link, den er öffnete. Daraufhin wurde eine Schadsoftware installiert, welche dann eine Nachricht an alle Kontakte aus seinem Adressbuch versandte. Die Polizei geht davon aus, dass durch die Weiterleitung der SMS Daten für spätere Betrugshandlungen ausgespäht und gesammelt werden und warnt aus diesem Grund vor dem Phänomen. Am Mittwoch gegen 14 Uhr rief der Geschädigte eine Nachricht, die von einer ihm bekannten Rufnummer versandt worden war. In dieser wurde über die Zustellung eines Pakets informiert und er betätigte den enthaltenen Link. Daraufhin musste er mit ansehen, dass sein Smartphone automatisch den Inhalt der zuvor geöffneten SMS kopierte und an alle Kontakte seines Adressbuchs versandte. Der 39-Jährige kontaktierte daraufhin die Kriminalpolizei Aschaffenburg. Auf deren Anraten schaltete er sein Telefon in den Flugmodus und konnte das Gerät zurücksetzen. So gelang es den Vorgang zu stoppen. Ein unmittelbarer Schaden entstand für den Anzeigenerstatter nach bisherigem Ermittlungsstand nicht. Es handelt sich bei diesem Vorgehen um ein neues Phänomen, das die Polizei Unterfranken erstmalig in der vergangenen Woche beschäftigte. In anderen Bereichen des Bundesgebiets wurden jedoch bereits ähnliche Fälle zur Anzeige gebracht und auch bei den Netzbetreibern wurden aktuell ähnliche Vorgänge bekannt. In der Regel erhält das Opfer eine Nachricht mit der Ankündigung eines Pakets und einem Link. Wird der Link geöffnet, installiert sich, teilweise unbemerkt, eine Schadsoftware, die den Versand von Kurznachrichten an das Adressbuch des Opfers auslöst. Auf diese Weise können nach Einschätzung der Netzbetreiber Daten gesammelt werden, die möglicherweise zur Begehung von Straftaten genutzt werden.

Das Polizeipräsidium Unterfranken rät dahe: 

  • Überprüfen sie den Absender und den Inhalt von SMS bevor sie einen Link öffnen. Wird tatsächlich ein Paket erwartet? Ist mir der Absender bekannt? Sind die enthaltenen Informationen und der Absender schlüssig?
  • Bestätigen sie niemals die Installation von unbekannten Apps auf Ihrem Smartphone. Deaktivieren sie die automatische Installation unbekannter Apps auf Ihrem Smartphone.
  • genehmigen Sie Apps keinen SMS Versand
  • Wenn sie befürchten bereits Opfer der Masche geworden zu sein:
    • Schalten Sie Ihr Smartphone in den Flugmodus und kontaktieren Sie Ihren Mobilfunkprovider.
    • Prüfen Sie Ihr Handy auf unbekannte Apps.
    • Setzen Sie das Gerät auf die Werkseinstellungen oder einen zurückliegenden Wiederherstellungspunkt.
  • Wenden Sie sich im Verdachtsfall an Ihre Polizei.

„Eine Coronaimpfung darf nicht von der Frage der Fahrtkosten und der vom Land Hessen bis dato immer noch offen gelassenen Frage des Kostenersatzes abhängen“, erklären Landrat Thorsten Stolz und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler. „Wir gehen für unsere Bürgerinnen und Bürger in Vorleistung, die dem wichtigen Aufruf zur Impfung gefolgt sind, aber heute auf ihren Taxikosten sitzen zu bleiben drohen.“ Der Main-Kinzig-Kreis beendet damit die Hängepartie von Seniorinnen und Senioren, die seit Tagen auf Auskunft des Landes Hessen warten. Teilweise mussten diese mangels Alternativen aus dem familiären Kreis mit einem Taxi nach Frankfurt an die Festhalle zum Impfzentrum fahren. In den vergangenen Tagen häuften sich nach Auskunft der Kreisspitze aus der Bürgerschaft die Beschwerden über das Landesprozedere. „Wir befürchten, dass Menschen sich gar nicht auf den Weg machen und das ist aus unserer Sicht auf jeden Fall zu vermeiden. Wir brauchen hier Pragmatismus und Bürgernähe und keinen Bürokratismus“, so Simmler und Stolz. Derzeit gäbe es keine brauchbare Aussage seitens des Landes, obwohl den Menschen über die Landesregierung eine schnelle Abhilfe in Aussicht gestellt worden ist. Für Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler und Landrat Thorsten Stolz ist es ein fatales Signal, wenn wie jetzt Kostenträger bei diesem Thema mauern oder sich im bürokratischen Klein-Klein verlieren. „Wir brauchen eine hohe Impfbereitschaft, wir wollen, dass sich Menschen, die an der Reihe sind auch impfen lassen. Wir müssen also auch bereit sein, Fragen zu lösen, die eben nicht genau so in irgendwelchen Vorschriften schon tausendmal hin- und hergewälzt wurden.“ Aus diesem Grund trete der Main-Kinzig Kreis hier in die Verantwortung ein. Ab sofort können die Über-80-Jährigen, für die gerade Impftermine möglich sind, ihre Quittungen mit Belegen über den Fahrtzweck (Fahrt zum Impfzentrum), etwa durch die Impfterminbestätigung, beim Main-Kinzig-Kreis einreichen. Sie erhalten dann ihre Auslagen vom Kreis zurück, der sich seinerseits um eine politische Lösung kümmern wird. „Wir wollen, dass sich die Frauen und Männer der Risikogruppen impfen lassen. Niemand sollte sich davon abhalten lassen, nur weil er nicht weiß, wie er die Fahrt dorthin bezahlen soll und woher er das Geld wiederbekommt“, so Sozial- und Gesundheitsdezernentin Simmler. Schon vor zwei Wochen hatte der Main-Kinzig Kreis ebenfalls mit den heimischen Taxiunternehmen gesprochen. Auch hier regte sich in den letzten Tagen vermehrt das Unverständnis über fehlende Regelungen. Im Amt für soziale Förderung und Teilhabe werden die Einsendungen entgegengenommen und nach zügiger Prüfung beglichen. Dazu ist Folgendes einzureichen:

  • ein ausgefülltes Formular mit Angaben zur Person – dieses Formular kann angefordert oder auf der Homepage des Main-Kinzig-Kreises heruntergeladen werden im Bereich CoroNetz/Impfaktion unter dem Punkt „Was ist, wenn weder ich noch ein Angehöriger mich zum Impfzentrum fahren kann?“
  • die Quittung des Taxi-Unternehmens und der Beleg über den Fahrtzweck.

Geschickt werden kann das einfach per Mail an impftaxi@mkk.de oder per Post an Main-Kinzig-Kreis, Amt für soziale Förderung und Teilhabe, Kerstin Sokoll, Barbarossastraße 24, 63571 Gelnhausen. Fragen werden unter der Rufnummer 06051-8548029 beziehungsweise am Bürgertelefon des Main-Kinzig-Kreises beantwortet. Diesen Service wird der Main-Kinzig-Kreis vorläufig so lange aufrechterhalten, bis das Land Hessen eine eigene Lösung präsentiert hat, wie es älteren Mitbürgern bei diesem Thema hilft. „Unser Appell gilt nach wie vor. Es ist zwar wenig Impfstoff vorhanden, doch wenn sich die Chance bietet, dass man sich impfen lassen kann, dann sollte das auch jede Bürgerin und jeder Bürger wahrnehmen“, so Thorsten Stolz und Susanne Simmler. Der Main-Kinzig-Kreis hatte seinerseits mit Taxi-Unternehmen aus der Region über das Thema Fahrten zum Impfzentrum gesprochen und auf die besondere Situation der älteren Mitmenschen hingewiesen. Um Interessenten und Anbieter dabei noch leichter zueinander zu bringen, hat der Main-Kinzig-Kreis auf seiner Internetseite („CoroNetz“/„Marktplatz“) zudem Taxi-Unternehmen aus dem Kreisgebiet aufgelistet. Wer also nicht ohnehin schon ein Taxi-Unternehmen gut kennt, kann sich daran orientieren. Zudem können sich Fahrdienstleister eintragen, die bisher noch nicht in der Liste aufgeführt sind.