Die Top-News am Nachmittag vom 27.04.2020

NEUBERG/HANAU/ASCHAFFENBURG. Nach dem Großbrand auf einer Pferdepension in Neuberg am frühen Sonntagmorgen schätzt die Hanauer Kriminalpolizei den Schaden auf insgesamt 350.000 bis 400.000 Euro. Noch während der laufenden Löscharbeiten nahmen Kriminalbeamte an der Brandstelle einen 18 Jahre alten Verdächtigen vorläufig fest. Der in Neuberg wohnende Mann soll das Feuer womöglich absichtlich gelegt haben. In einer ersten Vernehmung am Sonntag auf der Kriminalwache hat sich der polizeilich noch nicht in Erscheinung getretene Verdächtige nicht zu den gravierenden Vorwürfen geäußert. Um 4.48 Uhr meldeten sich mehrere besorgte Anwohner bei der Hanauer Polizei und gaben an, dass es bei der Pension zwischen den Ortsteilen Rüdigheim und Ravolzhausen brennen würde. Zunächst war nur die Rede von einem Strohrundballen, doch wenig später war klar, dass die komplette Lagerhalle mit etwa 900 Strohballen in Vollbrand steht. Die gewaltige Rauchsäule über der Brandstelle war sogar vom Gebäude der Kripo am Hanauer Freiheitsplatz aus zu sehen. Dank dem schnellen Eingreifen der Neuberger Feuerwehr, die von zahlreichen weiteren Wehren aus der Umgebung, unter anderem der Drehleiter aus Langenselbold und einem Tanklöschfahrzeuge der Hanauer Feuerwehr, bei der Brandbekämpfung unterstützt wurde, konnte ein Übergreifen auf angrenzende Gebäude verhindert werden. Die Halle selbst war jedoch nicht mehr zu retten und brannte komplett nieder. Auf dem Dach des Gebäudes war eine hochwertige Photovoltaikanlage installiert, welche durch die Hitze ebenfalls komplett zerstört wurde. Bei den Löscharbeiten wurden die Feuerwehren durch Einheiten des Technischen Hilfswerks unterstützt, die mit schwerem Gerät unter anderem Glutnester offenlegten. Die Hofbesitzer konnten gemeinsam mit Helfern alle Tiere unverletzt in Sicherheit bringen. Lediglich ein Pony war zunächst weggelaufen, kehrte aber später von alleine zurück und blieb ebenso wie seine Artgenossen unverletzt. In den vergangenen Wochen war es in Neuberg zu mehreren Bränden gekommen, bei denen glücklicherweise niemand verletzt wurde und es bei Sachschäden blieb. In den meisten Fällen waren Staatsanwaltschaft und Kripo Hanau von Brandstiftung ausgegangen. Daher wird nun geprüft, ob der am Sonntag festgenommene 18-Jährige für weitere Brände verantwortlich ist. Gleichwohl dauern die Ermittlungen zur Brandursache an. Aufgrund der immer noch vorherrschenden Hitze an der Einsatzstelle könnte es noch einige Tage dauern, bis der Bereich der ehemaligen Halle von Kriminalbeamten betreten werden kann. Auf Antrag der Hanauer Staatsanwaltschaft soll der Verdächtige am Montag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der darüber zu entscheiden hat, ob der junge Mann in Untersuchungshaft genommen wird. Zeugen, die in den frühen Morgenstunden des Sonntags verdächtige Personen beobachtet haben, die zu Fuß in der Nähe der Halle oder im Bereich zwischen Rüdigheim und Ravolzhausen unterwegs waren, werden gebeten, sich mit der Kriminalwache in Hanau unter 06181 100-123 in Verbindung zu setzen.

Am späten Donnerstagabend hat die Aschaffenburger Polizei im Park Schöntal einen mutmaßlichen Drogendealer kontrolliert. Der Mann versuchte zunächst, sich der Kontrolle zu entziehen. Er konnte jedoch nach kurzer Flucht vorläufig festgenommen werden. Ein Richter hat inzwischen die Untersuchungshaft angeordnet. Gegen 22.20 Uhr kontrollierte eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Aschaffenburg im Park Schöntal einen 31-jährigen Ortsansässigen, der bereits in der Vergangenheit erheblich wegen Rauschgiftdelikten in Erscheinung getreten ist. Nachdem die Beamten bei dem Mann rund 100 Gramm Haschisch entdeckten, ergriff er die Flucht und rannte in Richtung Roßmarkt davon. Die kontrollierenden Polizisten forderten sofort Unterstützung an und nahmen die Verfolgung auf. Ihre Kollegen von den Operativen Ergänzungsdiensten Aschaffenburg konnten den Flüchtigen in der Würzburger Straße einholen und vorläufig festnehmen. Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung kam weiteres Betäubungsmittel in Form von rund 40 Gramm Marihuana zum Vorschein. Mehrere Beweismittel, die auf Rauschgifthandel hindeuten, sowie knapp 6.500 Euro Bargeld, das mutmaßlich aus Drogengeschäften stammt, wurden ebenfalls sichergestellt.
Die Kriminalpolizei Aschaffenburg hat inzwischen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg die weiteren Ermittlungen in dem Fall übernommen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der Tatverdächtige am Freitag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft wegen des dringenden Verdachts des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menger anordnete. Nach der Eröffnung des Haftbefehls wurde der 31-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.