Die Top-News am Nachmittag vom 16.07.2020

HEIMBUCHENTHAL/LANGENSELBOLD/ASCHAFFENBURG. Auch in Heimbuchenthal muss eine Kindergartengruppe nach einer Corona-Infektion geschlossen werden. Das hat das Landratsamt Aschaffenburg mitgeteilt. Insgesamt 20 Kinder, die beiden Betreuer der Gruppe sowie alle Familienmitglieder und Kontaktpersonen des erkrankten Kindes müssen jetzt in eine 14-tägige Quarantäne. Da die betroffene Gruppe in den letzten Tagen keinen Kontakt zu den anderen Gruppen hatte, ist für diese keine Quarantäne erforderlich. Erst gestern war eine Kindergartengruppe in Kleinheubach geschlossen worden, nachdem ein Kind positiv auf das Virus getestet wurde.

Ein zerbrochenes Einmachglas mit einer übelriechenden Substanz hat am Donnerstagmittag im Osten von Langenselbold zu einem Einsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten geführt. Gegen 12.30 Uhr wurde von der Bewohnerin eines Mehrfamilienhauses in der Mondelanger Straße über Notruf gemeldet, dass vor wenigen Minuten das Glas auf die Terrasse flog und dort zerbrochen sei. Nun hätten sich ihre beiden Kinder übergeben müssen; ihr selbst sei schwindlig geworden. Alle drei wurden medizinisch untersucht, konnten aber zu Hause bleiben. Eine Gefahr für Anwohner habe nach ersten Erkenntnissen nicht bestanden. Die Substanz wurde von der Langenselbolder Feuerwehr gebunden. Einem ersten Test zufolge könnte es sich bei der Flüssigkeit um Buttersäure handeln. Die genauen Hintergründe des Vorfalles sind derzeit noch unklar. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen  Körperverletzung aufgenommen und prüft, ob möglicherweise private Streitigkeiten eine Rolle spielen. Eine Nachbarin gab an, sie habe kurz nach dem Vorfall zwei schlanke Männer im Alter
zwischen 16 und 18 Jahren von einem angrenzenden Spielplatz wegrennen sehen. Beide sollen dunkel gekleidet gewesen sein. Ob sie etwas mit dem Vorfall zu tun haben, ist ebenfalls noch unklar. Zeugen, die entsprechende sachdienliche Angaben machen können, werden um Anruf bei der Polizeistation Hanau II unter der Rufnummer 06181 90100 gebeten. (Quelle: Polizei)

Eine 58-Jährige hatte sich nicht von einem Betrüger täuschen lassen. Als der Mann, zu dem sie über das Internet eine Beziehung aufgebaut hatte, einen hohen Geldbetrag von ihr forderte, verständigte sie die Kripo. Die nahm nicht nur den Geldabholer, sondern auch einen Hintermann fest. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden beide vorgeführt und befinden sich in Untersuchungshaft. Über eine Online-Plattform hatte der Betrüger im April Kontakt zu der 58 Jahre alten Frau aus dem Aschaffenburger Raum aufgenommen. Etwa zwei Monate später, als sich eine vermeintliche Beziehung zwischen den beiden entwickelt hatte, bat der Mann die Geschädigte um Geld. Der angebliche amerikanische Soldat im Auslandseinsatz bat zunächst um kleinere Beträge, Mitte Juli wollte er rund 50.000 Euro von einem Boten in Aschaffenburg bei der Dame abholen lassen. Die 58-Jährige durchschaute zum Glück die Masche des Betrügers und nahm heimlich Kontakt mit der Aschaffenburger Polizei auf. Der Kriminalpolizei Aschaffenburg gelang dann bei der Geldübergabe die Festnahme eines 39 Jahre alten Mannes, der als Bote fungierte. Durch geschickte Ermittlungen kamen die Kriminalbeamten auch einem Hintermann auf die Spur, der wenig später in Hamburg festgenommen werden konnte. Beide Männer wurden am Mittwoch auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg beim Amtsgericht Aschaffenburg vorgeführt. Der Ermittlungsrichter erließ gegen das Duo Untersuchungshaftbefehle wegen bandenmäßigem sowie gewerbsmäßigem Betruges. Während die beiden Betrüger in Haft sitzen geht die Ermittlungsarbeit der Kripo in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft weiter. Ziel ist es, noch weitere Informationen und Hintergrundwissen über die Herangehensweise der Täter zu erlangen. Die unterfränkische Polizei nimmt die Tat zum Anlass, erneut vor dem Phänomen „Love Scamming“ zu warnen, bei der Damen über das Internet gezielt angeschrieben und später um Geldsummen betrogen werden. Die Täter geben meist vor, sich im Ausland aufzuhalten und dort beispielsweise als Soldaten oder Ärzte tätig zu sein. Sobald Sie aufgefordert werden, Geld zu überweisen oder zu übergeben, sollten Sie hellhörig werden und keinesfalls Geldzahlungen leisten. Sobald Ihnen der Verdacht kommt, der angebliche Partner könnte es nicht nur auf die Liebe, sondern auf Ihre Ersparnisse abgesehen haben, nehmen Sie unbedingt Kontakt zu Ihrer Polizei auf.