Die Top-News am Morgen vom 21.08.2020

HANAU/OFFENBACH/DIEBURG. Der Prozess um den Tod eines kleinen Jungen in einer Sekte in Hanau verzögert sich weiter. Angeklagt ist die 72-jährige Silvia D. – sie soll 1988 den damals 4-jährigen Jan H. in einem zugeschnürten Leinensack erstickt haben. Die Frau war laut Staatsanwaltschaft davon ausgegangen, dass der Junge besessen sei. Nach Zeugenhinweisen von ehemaligen Mitgliedern der Sekte wurde die Leiche Mitte 2017 exhumiert und später Anklage erhoben. Die Angeklagte soll mit ihrem Mann mehrere Pflegekinder aufgenommen haben – alle seien geschlagen und misshandelt worden, so die Ermittler.

Die Stadt Offenbach will die Corona-Maßnahmen weiter verschärfen. Wie genau dass soll heute um 15.00 auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden. Aktuell liegt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 7 Tagen bei 44 Fällen pro 100.000 Einwohner. Heute wird mit dem Überschreiten der 4. Warnstufe mit mehr als 50 Fällen gerechnet. Bereits gestern hatte die Stadt eine Maskenpflicht im Schulunterricht und in vielen geschlossenen Räumen beschlossen.

Weil zwei Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, bleibt die Goethe-Schule in Dieburg heute geschlossen. Da beide in der vergangenen Woche zahlreiche Kontakte hatten, sei die Nachverfolgung sehr aufwendig, hieß es. Die Schließung der Schule sei eine Vorsichtsmaßnahme, um sicherzustellen, dass alle möglichen Kontakte ermittelt und alle notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet werden könnten. Informationen, ob und für wen der Unterricht am Montag wieder startet, sollen am Sonntag auf der Homepage der Schule veröffentlicht werden.

Die Stadt Hanau hat der AfD eine Absage für eine am Abend geplante Veranstaltung im Bürgerhaus Reinhardskirche in Kesselstadt erteilt. Der Grund: zwischenzeitlich sei bereits eine Gegendemonstration gegen den von der AfD geplanten Themenabend angemeldet worden. Daher habe man der Partei das Nutzungsecht für die Räume entzogen und als Alternative das Nachbarschaftshaus Tümpelgarten angeboten. Die von der AfD ausgesuchte Reinhardskirche befindet sich nur wenige hundert Meter von den Tatorten des rassistischen Anschlags entfernt.